Ausbildung zum Besuchshund

Ein Besuchshund ist ein Hund, der gemeinsam mit seinem Besitzer Altenheime, Pflegeheime, Krankenhäuser und Sozialstationen besucht. Der Besuchshund kann von „Laien“ geführt werden. Der Hundeführer braucht keine therapeutische Ausbildung.

1.     Einleitung
Die Besuchshundprogramme sollen im Vordergrund die sozialen Fähigkeiten der Besuchten aufrechterhalten und Lebensfreude spenden. Diese positiven Wirkungen fördern den Heilungsprozess. Oft sind Besuchshunde Brückenbauer zwischen Senioren und Pflegekräften. Ein Hund geht ohne Vorbehalte auf einen Bewohner zu, er wertet nicht und ist einfach nur da. Oft spenden Besuchshunde Trost und geben neue Kraft.

Der Besuchshund wird oftmals fälschlicherweise als Therapiehund bezeichnet.

Besuchshunde werden in häufig in Seniorenpflegeheimen eingesetzt. In den letzten Jahren hat auch die ehrenamtliche Arbeit im Bereich der Behindertenhilfe zugenommen.

Auf Wachkomastationen ist der Besuchshund auch nicht mehr wegzudenken. Hier ergänzt er meist zuverlässig die Arbeit des Therapiebegleithundes.

In vielen Kinderheimen oder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie freuen sich die Kinder über die Liebe und Zuneigung die ein Besuchshund vermitteln kann. Zum spielen und toben. Aber auch zum Lernen wird er immer häufiger eingesetzt.
Die Wirkung eines ruhigen Hundes auf ein hyperaktives Kind ist weitgreifend.

Einige Besuchshunde finden in der ambulanten Familienhilfe ihren Einsatz. Gerade bei Pflegeeltern kommt häufig ein Besuchshund in die Familie. Hier steht er neben dem Therapiebegleithund ergänzend gerade bei Traumakindern zur Verfügung.

Viele unserer Therapiebegleithundkunden die einen Welpen ausbilden, nutzen die Besuchshundeausbildung als Vorqualifikation. So wird der Hund bereits frühzeitig, an die spätere Arbeit gewöhnt und ideal eingearbeitet.

Da die Besuchshundeausbildung eine reine Bindungsorientierte Ausbildung ist und wie bei allen unseren Ausbildungsprogrammen, ausschließlich über positive Verstärkung gearbeitet wird, kann bereits ein junger Hund gut ausgebildet werden.
(ab der 16. Lebenswoche)
Ein eventuell altersbedingter, fehlender Grundgehorsam ist dabei nicht hinderlich.

Die tiergestützte Arbeit nimmt in Deutschland mehr und mehr zu. Seit 2007 bilden wir zertifizierte Besuchshunde aus.

Gütekriterien für die Eignung und Ausbildung eines Besuchshundeteams

2.     Grundvoraussetzungen
2.1  Voraussetzungen an den Hund

– ausgezeichneter gesundheitlicher Zustand
– guter Allgemeinzustand bezüglich der Pflege
– das Tier muss frei von Ekto- und Endoparasiten sein
– eine regelmäßige Entwurmung ist erforderlich
– Schutzmassnahmen gegen Ektoparasiten sind notwendig
– vollständiger Impfschutz muss vorliegen
– Umwelt- und Sozialsicherheit, Grundgehorsam
– Selbstbewusstsein und Sicherheit in ruhigen Situationen
– Stressresistent
– Vorbehaltlos gegenüber Menschen
– gute Sozailisierung
– Sicherheit bei ungewöhnlichen Bewegungsmustern
– enge Bindung an seinen Halter, bzw. Hundeführer
– Sicherheit bei Geräuschen und optischen Reizen

Darüber hinausgehende speziell erwünschte Eigenschaften eines Besuchshundes sind:
– gute Unterordnung, sicherer Grundgehorsam
– Team Test oder Begleithundeprüfung bestanden
– ängstliche, unsichere und aggressive Hunde sind nicht geeignet
– Kette oder Zughalsband sind nicht erlaubt

2.2     Voraussetzungen an den Hundeführer
– soziale Grundeinstellung, ohne „Helfersyndrom“
– Teamfähigkeit, sportliches und faires Verhalten
– Halter muss Überforderungen des Tieres rechtzeitig erkennen

3.0     Prüfungsrichtlinien Besuchshundeausbildung
– Teilnahme an mindestens 90 % der theoretischen Seminaren
– Absolvierung der vier Leistungsscheine (je vier Übungen)
– Vorlage eines Entwurmungsprotokolls
– Vorlage Versicherungsnachweis
– Impfpass mit gültigen Impfungen
– Vorlage des Wesensüberprüfung für soziale Einrichtungen
– Abgabe der Hausarbeit
– Umsetzung der Besuchsdienste
– Begleithundeprüfung

4.      Inhalte der Ausbildung
4.1   Theoretischer Teil
– Besprechung der einzelnen Ausbildungsschwerpunkte
– Besprechung der Prüfungskriterien
– Begrifflichkeiten und Definitionen im tiergestützten Bereich
– Möglichkeiten des Besuchsdienstes im sozialen Bereich
– Rahmenbedingungen für Einrichtung und Hundeteam
– Gemeinsames Erarbeiten bei Workshop-Aufgaben
– Videovorstellung tiergestützter Einsätze
– Planung und Umsetzung eines Besuchsdienstes
– Praktische Arbeit mit dem Hund
– Richtiger Umgang mit Gehhilfen, Rollstühlen
– Bettung des Hundes im Patientenbett, u.v.a.
– Krankheitsbilderlehre
– Patientenumgang
– Vorschriften aus dem Bereich des Pflegedienstes & Hygiene
– Kennenlernen von verschiedenen Therapiematerialien
– Entspannungsspiele für Hunde
– Stress beim Hund, Stressfaktoren, Stressabbau
-Praktische Kommunikationsübungen

4.2     Praktischer Teil
Im praktischen Teil hospitieren Sie in einer von Ihnen ausgewählten Ausbildungsrichtung, bei einem Besuchsdienst. Anschließend wählen Sie sich mindestens zwei Einrichtungen für Ihre praktischen Übungseinsätze aus. Für Teilnehmer ab 100 km Anreise erfragen Sie bitte Sondermöglichkeiten. Unser Team begleitet Sie bei der Vorbereitung, Planung und Umsetzung. Wir betreuen Sie während der gesamten Ausbildungszeit. (ca. 6 Monate)
Jederzeit können Sie uns bei unseren Besuchsdiensten in Kindergärten, Schulen, Seniorenwohnheimen und in Behinderteneinrichtungen begleiten. Unsere Trainer sind seit 2004 ehrenamtliche Besuchsdienstler. Profitieren Sie von unserem Know How und unserer Erfahrung im tiergestützten Bereich.

5.     Kosten
Die Kosten der Besuchshundeausbildung betragen 500,- Euro/ netto, bzw. 595,- Euro/brutto (inkl. Prüfungsgebühr, inkl. Mwst. von derzeit 19% und inkl. der ersten Wesensüberprüfung).  Sollten Sie anschließend in unserem Hause mit dem angemeldeten Hund eine Therapiebegleithundeausbildung absolvieren, dann bekommen Sie 10 % der Ausbildungsgebühren der Besuchshundeausbildung angerechnet. In den Ausbildungskosten ist bereits ein Termin zur Leistungsscheinabfrage enthalten.

6.     Ausbildungsdauer
Die Ausbildungsdauer beginnt mit dem Seminarblock. (3 Tage) Danach beginnt die Nachbetreuungszeit. Diese beträgt ja nach ihrer eigenen Lern- und Übungsgeschwindigkeit ca. 3-6 Monate. Während dieser kompletten Zeit und natürlich auch danach, stehen wir gern zu ihrer Verfügung und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.
Sollten Sie eine längere Ausbildungszeit benötigen, dann haben Sie die Möglichkeit, eine Nachbetreuungspauschale zu buchen.

7.       Übersicht der Kurstermine
Bevor Sie sich für eine Besuchshundeausbildung anmelden können, müssen Sie an der Eignungsfeststellung teilnehmen.
Termine zur Eignungsfeststellung und zur Besuchshundeausbildung finden Sie hier.

Nach dem Hauptseminar durchlaufen Sie eine sechsmonatige Einarbeitungsphase.

 

Bei uns gibt es Hundeausbildung von der Welpenschule, über Junghundkurse, bis zur Besuchs-, Schul- und Therapiebegleithundeausbildung.